Der Balkonschmuck im Winter am Bauernhof

Das Gasteinertal präsentiert sich seit heute morgen wieder im Winterkleid – gestern wurden alle Tiere bei uns am Hof in den Stall gebracht und ab sofort indoor versorgt. Die Weiden sind abgegrast und nun beginnen andere Aussenarbeiten – wie das Ablegen der Zäune und das Düngen und Gülle ausfahren auf den Wiesen. Auch im Bauernhaus nützt man die Zeit, um sich „winterfit“ zu machen.

Im Sommer ist der Bauernhof in ein farbenfrohes Kleid aus Blumen gekleidet. An jeder Ecke steht ein Blumentöpfchen und der Garten strahlt in voller Pracht. Doch im Herbst ändert sich das ganz schnell, sobald alles geerntet und die Sommerblumen verblüht sind.

Aber der Hof verfällt über die Wintermonate keineswegs in ein tristes Bild! Bei uns ist es Tradition, dass die Häuser und Eingangsbereiche winterlich geschmückt werden. Dafür verwendet man Tannen- oder Fichtenzweige oder so wie wir – viele Latschenzweige, welche per Hand mit der Astschere auf der Alm gepflückt und geschnitten werden. Da es sich um eine recht aufwendige Arbeit handelt, braucht man fast den ganzen Tag und mehrere Personen dazu, bis genügend Latschen „geerntet“ worden sind.

Sind die Latschen dann im Tal angekommen, geht das große Dekorieren los und der Hof erstrahlt in winterlichem Glanz! Meine Schwiegermutter hat mir die Technik gelernt, wie man die Latschen richtig steckt und sie den ganzen Winter „grün“ bleiben: Zuerst werden die Blumenkisterl fest eingegossen, dann in 4er Reihen die Latschen gesteckt und wenn es frostig wird, nochmals eingegossen, sodass sie genügend Feuchtigkeit haben, um im Winter die schöne Farbe zu behalten.

Und passend zum Winterkostüm des Zittrauerhofes hat Frau Holle ihre Betten geschüttelt und das Gasteinertal heute in ein weißes Kleid gehüllt. Man könnte fast meinen, der Winter ist da und Weihnachten stehe vor der Tür.

Aber so schnell wie die letzten Monate verflogen sind, werden auch die Wochen bis dahin ganz schnell vergangen sein!

Eine schöne Zeit vom Zittrauerhof, Katharina Schwaiger.