Kalb rosé – Export adé
Als leidenschaftlicher Landwirt ist man bestrebt, dass sich die Tiere am Hof wohl fühlen und ein gutes Dasein haben. Das Thema „Kälbertransporte und Exporte“ begleiten uns seit einiger Zeit – Österreich importiert sehr viel Kalbfleisch, obwohl in Österreich selbst genügend Kälber vorhanden wären. Viele der Kälber aus Österreich wurden bislang in den Export geschickt und längere Kälbertransporte standen bevor.

Der Rinderzuchtverband Salzburg hat nun ein neues Projekt ins Leben gerufen, um Absatzwege für Milchrassekälber (wie zum Beispiel auf unserem Betrieb Holstein, Red Frisian) im Inland zu finden. Wir hoffen sehr, dass diese Schiene für österreichische Betriebe – ob Landwirt, Gastronom oder Handel – Fuß fassen wird. Mit diesem Produkt soll vor allem der Gastronomie eine Möglichkeit zu einer regionalen Alternative im Bereich dieses speziellen Kalbfleisches geboten werden und die Kälberexporte und somit lange Transportwege ins Ausland reduziert werden.
Als Landwirtin finde ich das Projekt aus mehrerer Hinsicht gut und wir haben uns für eine Teilnahme entschieden:
• weniger Kälber ins Ausland,
• keine langen Transportwege für die Kälber, da die Aufzucht im Inland (vorwiegend NÖ) erfolgt
• und die Konsumenten erhalten hochwertiges Fleisch mit nachvollziehbarer Herkunft und ausgezeichnete Fleischqualität.
• Der Trend, das Kalbfleisch muss „weiss“ sein (rein mit Milch gefüttertes Kalb) – stagniert und das ist gut so. Will man dem Tierwohl entsprechen, so benötigt jedes Kalb nicht nur Milch, sondern in weiterer Folge auch Heu, Trockenfutter, Kraftfutter, Wasser etc. – so wird das Kalb vielseitig ernährt und das Fleisch bekommt die natürliche Farbe „rosé“.
Da wir nicht alle Stierkälber, die bei uns am Hof geboren werden, für den Eigenbedarf behalten können, haben wir uns zur Teilnahme an diesem Projekt entschieden und freuen uns, dass die Tiere im Inland bleiben können.
Unser Sohn Matthias hat sich seit kurzem auch für die „ad libitum“ Tränke entschieden, das sie der Fütterung einer Kuh gleicht. Das heisst, die Kälber bekommen so viel Milch wie sie wollen und trinken, wann sie wollen. Dasselbe System wie bei Mama Kuh. Die Milch wird angesäuert mit einem ph-Wert von 5,5 und die Kälber bedienen sich, wann sie wollen. So kann auch die Durchfallgefahr bei den Kälbern minimiert werden, weil sie selten große Mengen auf einmal trinken. Für das Projekt Kalb rosé hat die Ad libitum-Tränke den Vorteil, dass die Kälber sich besser entwickeln, da sie selbst bestimmen, wann und wie oft sie trinken und die Tageszunahme dadurch gesteigert werden kann.




Wir freuen uns über Eure Rückmeldungen oder Einstellungen zu diesem Projekt.
Katharina Schwaiger vom Zittrauerhof in Gastein



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