Eine besondere Ernte

Der Herbst zeigt sich heuer von seiner schönsten Seite. Besonders prägend sind heuer die vielen Beeren der Eberesche – Vogelbeeren.Darüber möchte ich gerne in meinen Bauernhofgeschichten schreiben.

Die Eberesche ist ein Baum, der sowohl in der freien Natur als auch im Kulturland als Zierbaum vorkommt. Eine gute Vogelbeerernte gibt es zumeist nur alle drei Jahre. Anfangs sind die Beeren orangerot und werden bei voller Reife zwischen August und September leuchtend rot.

Für die Vogelbeere gibt es verschiedene Verwendungsmöglichkeiten:
Vogelbeeren werden zu Marmelade, Gelee und Kompott verarbeitet sowie zur Spirituosenherstellung verwendet. Die Verwertung zu Schnaps hat vor allem bei uns im Gasteinertal eine lange Tradition. Nach Opas Kontrolle (3-4 Tropfen pro Beere müssen rauskommen und die Kerne braun gereift sein), darf geerntet werden.

Für die Schnapsherstellung werden die Beeren sehr arbeitsaufwendig händisch gepflückt. In einem Sack am Baum gesammelt, werden anschliessend mit einer eigens dafür angekauften Maschine die Beeren von den Stielen gelöst. In meiner Kindheit haben wir die Beeren immer mit einem Hasengitter – weitmaschiges Gitter – abgerebelt und anschliessend durch die Presse „gebatzt“. Das geht jetzt Gott sei Dank einfacher.

Nachdem die Maische in den Fässern gegärt ist, brennen wir meist zu Jahresende den Schnaps. Das Schnapsbrennen ist eine eigene Wissenschaft und bedarf guter Erfahrung. Bei uns kümmert sich der Opa um diese gewissenhafte Arbeit.

Die Alkoholausbeute ist sehr gering, ca. 1,5 bis 2 Liter Alkohol/100l Maische.
Der Vogelbeerschnaps zeichnet sich durch eine feine Bittermandelnote und einem ausgeprägten, intensiven, lang anhaltenden Aroma aus. In unseren Regionen ist der Vogelbeerschnaps wohl eine der edelsten, hochwertigsten Schnäpse.

Viel Spaß beim Verkosten und gesund bleiben ! Katharina vom Zittrauerhof im Gasteinertal.